Halbzeit in der 2. BL – Eine Zwischenbilanz (13-3)
Samstag, 14. August 2010

Eigentlich befinden wir uns schon in der Rückrunde, da wir bereits 16 von 28 Spielen ausgetragen haben. Stopp! Wirklich gespielt haben wir erst 14 Spiele, da uns am Anfang der Saison gleich zwei Siege gegen den HSV zugesprochen wurden.
Die Stealers aus der Hansestadt haben versucht kurzfristig eine Spielverlegung zu erhalten, in dem man innerhalb von 36 Stunden vor Spielbeginn eine Unbespielbarkeit in Hamburg avisierte.
Der dortige Baseballplatz bekam kurzfristig eine Rasensanierung in Form von Rollrasen. Der HSV wollte dem SCC verkaufen, dass die Firma mit dem Rollrasen am Montag vorm Sportplatz stand und am Donnerstag feststellen mussten, das sie die Verlegung bis zum Wochenende nicht schaffen werden! Dann wurde eine Mail an den Gegner nach Berlin versandt, ein Schreiben von der Freien und Hansestadt Hamburg, dort vom Bezirksamt Eimsbüttel beigelegt, aus dem hervorging, dass die Baseballanlage für mindestens 14 Tage gesperrt bleibt. Dieses Schreiben lag anscheinend bereits per Fax eine Woche vorher vor.
Auf Nachfrage bei den Stealers, warum wir erst 1 ½ Tage vor dem Spiel davon erfahren haben, gab es folgende Antwort: Man selbst hätte davon erst vor zwei Tagen (also Dienstag) erfahren und könne nicht jeden Tag den Mail-Verkehr prüfen. Daher habe man erst am Donnerstagmittag diese Absage weitergeleitet. Würde der SCC genauso arbeiten, hätten wir die Mail erst am Samstag gelesen, wo bereits das Spiel in Hamburg stattfinden sollte.
Wir fragten weiter nach: Warum denn seit Montagvormittag auf der Website der Stealers bereits Fotos und ein Bericht über die Sanierungsarbeiten publiziert sind. Außerdem würden wir anzweifeln, dass eine solche Baumaßnahme ohne genügende Vorbereitung von Seiten des Bezirksamtes/Stadt kurzfristig angeordnet werden würde. Alle dazugehörigen Antworten der Geschäftsführung der Stealers möchte und kann ich hier leider nicht widergeben. Nur ein kurzes Bsp. “Meine Frau ist hochschwanger, mein PC ist kaputt” usw.
Fazit war, dass die Spielverlegung bzw. die Unbespielbarkeit nicht glaubhaft und rechtzeitig übermittelt wurden. Hinzu kam, dass es bei frühzeitiger Absage Alternativen gegeben hätte, wie z.B. das Ligaspiel in Berlin auszutragen. Somit bekamen die Challengers beide Spiel als gewonnen angerechnet, was anschließend noch durch das Sportgericht des Verbandes bestätigt wurde, da die HSVler gegen diese Entscheidung Widerspruch eingelegt hatten.
Endlich konnten wir in der nächsten Woche mit dem Baseball spielen beginnen. Zu Gast waren die Hamburg Knights, Aufsteiger aus der Regionalliga. Hier verloren wir deutlich den Saisonauftakt 3-14 und mussten uns im zweiten Spiel lange quälen, um dieses mit 7-6 zu gewinnen. Nur durch Cleverness im letzten Inning wurde noch ein Sieg in Charlottenburg behalten.
Bereits der dritte Spieltag stand im Zeichen des berühmten Lokalderbys zwischen Challengers und Sluggers. Am Vortag verlor die 2. Herrenmannschaft gegen die 2. Mannschaft der Sluggers deutlich und somit war Widergutmachung angesagt. Im Spiel 1 konnte man bis ins 4. Inning die Partie offen gestalten. Danach brachen alle Dämme! Chris Goebel wurde als Pitcher getroffen und die Defensive der SCCler hatte keine Chancen. Das Spiel ging deutlich mit 3-13 verloren.
Sicherlich lag es auch daran, dass die Sluggers aus Neukölln sich mittlerweile personell verstärkt hatten. Aus Hamburg ist ein Pitcher dazugestoßen, sowie bis zu drei Amerikaner, die durch eine bis dato sehr gute Saisonleistung von Benjamin Kleiner den Erfolg der Sluggers abrundeten.
Trotzdem konnte man das Spiel 2 des Tages durch eine starke Leistung von Percy Marks bis ins 7. Inning mit einer 3-1 Führung halten. Im letzten Inning wurden die SCCler aber vom ehemaligen Challengers-Spieler „Kleiner“ vorgeführt. Man verlor das Spiel tatsächlich noch mit 3-4 und war auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt und hatte eine Record von drei gewonnen und drei verlorenen (3-3) Spielen auf dem Konto.
Am 15. Mai 2010 sollte es zum Duell gegen die Paderborner Untouchables kommen. Leider machte das Wetter nicht mit und das Ligaspiel musste bereits in den Morgenstunden abgesagt werden. 14 Tage später waren die äußerlichen Bedigungen besser und die Charlottenburger konnten den Double Header nachholen. In beiden Spielen konnte die SCCer überzeugen und holten sogar im Spiel 2 einen Rückstand auf. Es war bis dato die beste Saisonleistung der Bundesliga-Mannschaft, wodurch die Hoffnung auf mehr geweckt wurde!
Danach folgte das Auswärtsspiel nach Braunschweig. Die Subway 89ers konnten aber nicht auf ihrem Heimplatz spielen, da dieser auch immer noch wegen Sanierungsarbeiten unbespielbar war. Hierdurch wurde die Alternative „Magdeburg“ gefunden. Der dortige ansässige Vereine „Poor Pigs“ stellte den Braunschweigern seinen gerade neugebauten Baseballplatz zur Verfügung. Dadurch war die Anreise für die SCCer nochmals verkürzt und es folgten umso mehr Challengers-Fans als üblich zum Auswärtsspiel. Es waren somit mehr Berliner vertreten, als von den Braunschweigern vor Ort waren.
Auch wenn die Endergebnisse von 9-3 und 7-5 für die Challengers auf zwei knappe Spiele hindeuten, waren beide Siege nie wirklich gefährdet. Das zweite Spiel war lediglich vom Ergebnis knapper, weil bereits die Außentemperaturen teilweise über 30 Grad anzeigten und somit ein Double Header von 8 – 9 Stunden sich verdammt lange hinziehen kann. Vier Spiele in Folge gewonnen, dass ist schon sehr lange her. Ich glaube in der ersten Zweitliga Saison 2005 konnten wir fünf Spiele hintereinander gewinnen.
Darauf folgte das nächste Auswärtsspiel in Bremen. Die Dockers hatten bist dato noch kein Spiel gewinnen können. Das macht die Aufgabe für die Challengers nicht leichter sondern schwerer, weil wir hierfür anfällig sind. Damit wir eine bessere Vorbereitung haben und nicht Sonntag frühmorgens nach Bremen aufbrechen müssen, hat sich unser 2. Vorsitzender Klaus Behrendt dafür eingesetzt, schon am Samstagabend anzureisen und im Hotel zu schlafen. Das hat sich auch bezahlt gemacht. Im Spiel 1 ging man schnell 4-0 in Führung und hatte eigentlich alles im Griff. Wobei sich schon beim Warm-up Frank Charlé verletzte und nicht mehr eingesetzt werden konnte. Darüber hinaus verletzte sich Jeff Mahlke im Dugout und José Sanchez jr. zog sich eine Bänderdehnung zu und musste verletzt ausgewechselt werden. Nachdem wir endlich Kühlmittel für José’s Knöchel erhielten und dieser immer dicker wurde, entschied der Manager, dass wir zur Sicherheit José ins Krankenhaus fahren sollten. Die Dockers erledigten den Anruf bei der Feuerwehr, damit ein Krankenwagen zum Spielort kommt. Nun muss man wissen, dass die Baseballanlage praktisch direkt neben dem Weserstadion der heimischen Fußball-Bundesliga-Mannschaft Werder Bremen liegt. Da es auch nur einen Baseball- und Softballverein in Bremen gibt, sollte es aber eben nicht so schwierig sein, den Sportplatz für ansässige zu finden. Sage und schreibe 45 Minuten und mindestens vier weitere Anrufe bei der Feuerwehr hat es gedauert, bis die Berliner selbst den Krankenwagen zum Sportplatz gelotst hatten. Der Krankentransport hat einfach den Sportplatz nicht gefunden. Da haben wir noch Glück gehabt, dass keine lebensbedrohliche Verletzung vorlag.
Hätten wir gewusst, dass das Krankenhaus keine fünf Minuten vom Spielort entfernt war, hätten wir auch selbst fahren können. Zum Glück lag kein Bruch vor, sondern nur eine Dehnung der Bänder am Sprunggelenk. Frau Demant, Mutter von Bengt, ist mit mir hinterher gefahren und hat uns anschließend nach gefühlten drei Stunden wieder abgeholt. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für ihre Unterstützung.
Ach ja, Baseball wurde in der Zwischenzeit auch gespielt. Nachdem die SCCer bereits mit 2-0 in Führung lagen, musste Greg Scholz im 4. Inning drei Runs kassieren. Im 5. Inning konnte man erneut die Führung auf 4-3 ausbauen, was die Dockers bereits im Nachschlagen wieder ausgleichen konnten. Ab dem 6. Inning nahm Percy Marks den Hügel für die Challengers ein. Beide Teams ließen bis zum Ende des 7. Innings keine Runs mehr zu. Also waren Extra-Innings angesagt. Gleich im 8. Inning konnte Wilgen Reyes einen Double schlagen und mit einem Basehit von Marc-Aurel Voß scoren. Aber auch die Bremer konnten ihren Lead-off runner durch einen Hit auf Base bringen. Durch einen nicht geblockten Ball unseres Catchers und zwei weiteren Opfer Outs, konnten die Dockers abermals den Spielstand ausgleichen. Somit waren wir nun bereits im 9. Inning. Nun folgten Runs durch Florian Krause, Jordi Gomez und Chris Goebel, der durch einen Triple allein die ersten beiden runs nach Hause schlug. Percy Marks brachte noch Goebel zur Homeplate und damit gingen die Challengers mit 8-5 in Führung. Bremen konnte noch einen Runner auf Base bringen, aber mit zwei Strikeouts war deren Offensive der Wind aus den Segeln genommen.
Im Spiel 2 des Tages machte Percy Marks dort weiter, wo er gerade aufgehört hatte. Die Dockers gingen in der nebenan liegenden Weser baden. Das Spiel wurde mit 13-1 in fünf Innings gewonnen. Somit hatte man den Schnitt von 14 gespielten Innings wieder erreicht. Die beiden Siege in Bremen waren für die Moral verdammt wichtig. Gerade weil die SCCer in solchen Spielen nicht immer konzentriert ans Werk gehen.
Nun folgte erst einmal eine zweiwöchige Fußball-WM-Pause. Nun konnte jeder alle Spiele der Vorrunde aus Südafrika anschauen, ohne ein Spiel im TV zu verpassen. Das nächste Bundesliga-Spiel sollte am Sonntag, den 04. Juli 2010 gegen den HSV stattfinden. Zum Glück haben die Verantwortlichen des SCC im Vorfeld richtig getippt, da der Klassiker zwischen Deutschland und Argentinien bereits am Samstag (03.07.) stattfand.
Zu erwarten war eigentlich, dass die Stealers vom Hamburger Sport-Verein (HSV) sich für ihre beiden Niederlagen am sogenannten „Grünen Tisch“ revanchieren wollten. Dafür kamen sie aber lediglich nur mit 11 Spielern nach Berlin-Charlottenburg. Aber auch auf Seiten der SCCer fehlt bis kurz vor Beginn Wilgen Reyes, der direkt aus Mannheim kam, wo er noch am Vorabend beim Abschiedsspiel eines langjährigen Weggefährten – Klaus Knüttel – teilgenommen hatte.
Im ersten Spiel des Tages konnten die Challengers 3-1 und sogar bereits im dritten Inning mit 6-1 in Führung gehen. Trotz des Einsatzes vom Erst-Liga-Pitcher Eric Harms konnten die Hanseaten keinen großen Eindruck hinterlassen. Zudem verloren sie bereits im dritten Inning ihren Australier Patrick Maat, der sich über die Strike- und Ballzone beim Schiedsrichter beschwerte. Dadurch fehlte ihnen nicht nur die gewisse Schlagkraft, sondern auch ein Pitcher! Das Spiel konnten die SCCer mit 10-1 innerhalb von zwei Stunden gewinnen.
Das zweite Spiel sollte dafür wesentlich ausgeglichener werden. Percy Marks begann erneut auf dem Hügel für die Challengers zu werfen. Er hatte bereits das erste Spiel komplett durchgeworfen und hatte sicherlich noch keine 100 Pitches getätigt. Die ersten zwei Innings verliefen problemlos. Die SCCer konnten bereits durch den ersten Batter – Jordi Gomez – mit 1-0 in Führung gehen, kamen anschließend aber überhaupt nicht mit dem Pitcher – Stefan Kruse – der Stealers zurecht.
Im 3. Inning und bereits zwei Strikeouts auf dem Konto, kam ein Hamburger durch einen Error auf Base. Darauf folgte ein Basehit, Hit-by-pitch und somit waren die Bases geladen. Dieses nutzten die Stealers durch Jan Stolte gnadenlos aus: Grand Slam Homerun! Erst jetzt, bei 1-4 für die HSVer, kamen die SCCer langsam zurück ins Spiel. Man konnte im 7. Inning den Ausgleich erzielen und musste in die Verlängerung gehen. Hier behielt man die Oberhand, auch weil Wilgen Reyes richtige und entscheidende Wechsel vornahm. Somit gewann der SCC doch verdient mit 5-4. Für alle beteiligten war es aber auch ein klasse Bundesligaspiel. Dass Percy Marks beide Spiele und somit insgesamt 15 Innings geworfen hat, ist sicherlich für seine Statistik (2 gewonnene Spiele) von Vorteil, aber für seinen Wurfarm nicht besonders förderlich gewesen.
Zum bisherigen letzten Ligaspiel bei den Hamburg Knights steht bereits ein ausführlicher Bericht auf der Website.
Somit bleibt den SCC Challengers die Siegesserie (Streak) von nun 10 gewonnen Spielen in Folge bestehen. Damit ist der 2. Tabellenplatz in der Bundesliga bereits im Vorfeld schon fast gesichert und man liegt nur ein Spiel hinter dem Tabelleführer – Berlin Sluggers – zurück.
Nun kommt es auf die letzten Begegnungen an, ob man weiterhin im Rennen um die Tabellenführung bleibt. Dann könnte es am letzten Spieltag im Lokalderby zu einem Endspiel um die Meisterschaft in der 2. Bundesliga Nord kommen!
Der Meister hat das direkte Aufstiegsrecht, der Vizemeister kann durch eine Relegation mit dem Siebten aus der 1. Bundesliga Nord in einer Best-of-3 Serie aufsteigen.
Restlicher Spielplan (alle Sonntags):
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